Geschichte

Geerd Dahms, Historiker aus Bergedorf, erzählt noch 2003 in seinem Buch "Bergedorf - Altes neu entdeckt":

Hier in "Greves Garten" können wir uns ein wenig vom Verkehrslärm und der Hektik der beiden umliegenden Bundesstraßen erholen. Wie selten in einem der Hamburger Bezirke verbindet sich in "Greves Garten" die Zentrumsnähe des Wohnortes mit dem Wohnen im Grünen und der sozialen und kulturellen Vielfalt der Bewohner. In "Greves Garten" - ein tradierter Name für ein schutzwürdiges Ensemble - steht das miteinander Wohnen im historischen Ambiente im Vordergrund. Hier verbindet sich ein Stück Lebensqualität mit denkmalgerechter Nutzung. Einer Nutzung also, nach welcher Denkmalpfleger, Stadtplaner und Soziologen andernorts oft vergeblich suchen.

Die kleinstädtisch-gründerzeitliche Bebauung des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist in ihrem geschlossenen Ensemblecharakter in Verbindung mit dem Ambiente der noch erkennbaren Gartenanlagen und der alten Wegführungen einmalig in Bergedorf. Bei einer baulichen Verdichtung würde dieser Charakter eindeutig zerstört werde.


Bei den Gebäuden handelt es sich nicht um Architektenentwürfe, sondern um Planungen von örtlichen Bauhandwerkern, die in der Regel auf den Baugewerkeschulen, meist in Hamburg, Buxtehude, Neu Strelitz oder Nienburg an der Weser ausgebildet wurden. Die Mischung von Arbeiterhäusern und Wohngebäuden für gehobenere Ansprüche und das Nebeneinander der architektonischen Stile auf engstem Raum - gründerzeitliche Putzbauten und Backsteinrohbauten im Baugewerkschulstil - bilden ein weiteres klares Erhaltungskriterium.


Das Ensemble stellt einen wichtigen Identifikationspunkt für viele Generationen von Bergedorfern dar. Durch Unterschriftenaktionen, die Gründung von Bürgerinitiativen, die Veröffentlichung von Flugblättern, zahlreiche Pressemitteilungen und Nutzungsvorschläge aus der Bevölkerung ist das öffentliche Interesse am Erhalt von "Greves Garten" eindeutig belegt.

(Quelle: Dahms Geerd, Bergedorf - Altes neu entdeckt, S. 168 - 174, gekürzt, Hamburg 2003, Hrsg. Kultur & Geschichtskontor)